Sonntag, 18. Januar 2026

Bericht: Großes Gebet der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit

Foto ohne Beschriftung: www.pixabay.de

unter dem Thema „Mit meinem Gott spring‘ ich über Mauern"

Am 09. November beging die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit das Große Gebet mit vier verschiedenen Angeboten und unterschiedlichen Schwerpunkten. Der Psalmvers „Mit meinem Gott spring‘ ich über Mauern“ war als Thema gewählt worden, weil sich genau an diesem Tag der Fall der Berliner Mauer zum 36. Mal jährte.

Die Feier des Großen Gebets begann um 11:00 Uhr in der Kirche St. Ludwig mit einer festlichen Hl. Messe. An diesem Sonntag beging die katholische Kirche zudem den Weihetag der Lateranbasilika, und der Zelebrant Léonard Katchekpele verstand es gut, die beiden Themen miteinander in Einklang zu bringen.

Die Predigt befasste sich damit, was „Kirche“ eigentlich bedeutet. Kirche ist nicht nur ein Gebäude, sondern jeder Ort, an dem Menschen Gott erfahren. Im Evangelium beschreibt Jesus sich selbst als Tempel, und Paulus fügt hinzu, dass jeder Mensch ein Tempel Gottes ist. Das heißt, man ist schon „Kirche“, wenn man offen ist für Gottes Gegenwart. Doch auch Kirchengebäude sind wichtig, Orte wo man die Nähe Gottes spürt, wo man sich mit anderen trifft, wo man sagen kann: „Hier zu sein tut mir gut“.

Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von der Chorgemeinschaft St. Ludwig - St. Paul/Lutherkirche unter der Leitung von Margot Schäfer und Eva Decker. Zur Aufführung kam die „Missa a tre voci“ von Michael Haydn; die Solopartien übernahmen Brigitte Schröder und Susanne Weißmann, an der Orgel musizierte Bernd Kalnik.

Um 15:00 Uhr schloss sich die zentrale thematische Feier an, die vom Liturgieausschuss vorbereitet worden war (siehe eigener Artikel).

Anschließend hatten die Gläubigen in der Kirche St. Dreifaltigkeit die Gelegenheit zum stillen Gebet vor der Monstranz.

Der Tag fand seinen feierlichen Abschluss mit der Andacht um 18:00 Uhr, ebenfalls in St. Dreifaltigkeit. Wie seit etlichen Jahren üblich, war auch diesmal eine externe Predigerin mit Bezug zu Frankenthal eingeladen worden. Annette Schulze, die in den Jahren 1999 bis 2008 in der damaligen Pfarreiengemeinschaft St. Ludwig - Hl. Kreuz Mörsch als Pastoralreferentin gewirkt hatte, war der Einladung gerne gefolgt. Sie predigte mit großer Freude über das Thema des Tages und ermutigte die Anwesenden, in ihrem Leben immer wieder im Vertrauen auf Gott den Sprung über geistige Mauern zu wagen.

Nach dem Te Deum und dem sakramentalen Segen endete der Tag des Großen Gebetes mit dem festlichen Orgelspiel von Monika Ludwig. (sf)


„Mit meinem Gott spring‘ ich über Mauern“ – Zentrale thematische Feier am Nachmittag des Großen Gebets

Um 15:00 Uhr fand in der Kirche St. Paul unter Federführung des Sachausschusses Liturgie eine Feier zum Thema des Tages statt.

Die Kirche St. Paul war mit ihrem Zeltdach und dem sanften Lichteinfall wie geschaffen für diesen Gottesdienst. Auf dem Altar war eine „Mauer“ errichtet, die zunächst nur für sich selbst wirkte und dann im weiteren Verlauf als Projektionsfläche für Texte und Bilder diente. Die Begrüßung von Rainer Jacquemin, das Lied „Meine engen Grenzen“, sowie Gedanken zum Bau der Berliner Mauer führten die Besucher/-innen in die Thematik ein.

Mauern als Symbol für Begrenzung – diese Überlegung leitete im ersten Teil des Gottesdienstes über zu König David, der einst in großer Not Gott angefleht.

In verschiedenen Texten, die von den Mitgliedern des Liturgieausschusses vorgetragen wurden, wurde eine Verbindung zwischen diesem Psalmvers und der Überwindung der Berliner Mauer im Jahr 1989 geschaffen. Der „Sprung über die Mauer“ wurde möglich, weil viele Menschen bereit waren, Gott zu vertrauen, sich im Gebet an Gott zu wenden und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Ein Bild von Sieger Köder verdeutlichte einen solchen „Sprung über die Mauer“. Nach der Bildbetrachtung wandte sich die versammelte Gemeinde einem gemeinsamen Gebet an Gott:

Herr, du bist meine Stärke und mein Schild. Wenn Mauern vor mir aufragen, die unüberwindbar scheinen, gib mir Mut, Vertrauen und deinen Geist der Kraft.

Mit dir an meiner Seite finde ich Wege, um Hindernisse zu überwinden und in Freiheit und Hoffnung weiterzugehen. Amen.

Das Lied „Mit meinem Gott spring ich über Mauern“ bildete die Brücke zum zweiten Teil des Gottesdienstes, die Überleitung von David zu Abraham. Mit verteilten Rollen wurde geschildert, wie Abraham von Gott den Auftrag erhalten hatte, in ein neues Land zu ziehen und sich nach anfänglichem Zweifeln und Zögern mit seiner Familie auf den Weg machte. Auch bei ihm war das Vertrauen auf Gottes Hilfe und Segen größer als die Furcht vor dem Unbekannten.

Dass Gottes Zusage nicht nur für Abraham, sondern für jeden von uns gilt, wurde im Lied „Mit meinem Gott kann ich Wälle zerschlagen“ bekräftigt und wiederum illustriert durch ein Foto.

Die folgenden Impulse regten die Besucher/-innen an, sich Gedanken zu machen über reale, aber auch geistige Mauern, die uns – teils selbst gebaut - im Leben Grenzen setzen, und ermutigten dazu, Gott als Kraftgeber zu erleben.

Das Vater Unser, ein gemeinsames Se-gensgebt und das Lied „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ rundeten die mittägliche Feier ab.

Das abschließende Highlight war die Einblendung einer Orgelversion des Songs „Jump", ergänzt durch ein Bild der überwundenen Berliner Mauer und schließlich die „Zerschlagung“ der auf dem Altar errichteten „Mauer“.

(sf)