Mittwoch, 11. März 2026
Bericht: St. Nikolaus besucht St. Georg
Am zweiten Adventswochenende richtet Studernheim traditionell seinen eigenen Weihnachtsmarkt aus, der auf dem Hof der örtlichen Grundschule und der Heinrich-Reffert-Straße aufgebaut wird. Für sonntagsmittags hatten die katholische und die evangelische Kirchengemeinde Studernheims eine ökumenische Andacht angeboten, zu der insbesondere alle Kinder herzlich eingeladen waren. Sie kamen auch in Scharen und belegten die ersten fünf Bankreihen auf beiden Seiten. Bis „unters Dach“ (also bis auf die Orgelempore) war die Kirche gut gefüllt, so dass Pfarrerin Simone Gerber und Rainer Jacquemin gemeinsam die Andacht einläuten konnten. Neben dem feierlichen Anzünden zweier Adventskerzen war für die Kinder das erste Highlight, dass sie eingeladen waren, die Figuren in die noch leere Krippe zu stellen, nachdem Pfarrerin Gerber den Kindern die Weihnachtsgeschichte erzählt und erklärt hatte. Die Krippe war nun komplett – bis auf das Christkind, denn dafür wäre es ja noch viel zu früh gewesen. Zu den Fürbitten hatte Pfarerrin Gerber alle Anwesenden eingeladen, mit den Händen eine Schale zu formen und persönliche Bitten leise hineinzuflüstern. Anschließend gab sie ein Kommando, woraufhin alle aus voller Brust ihre Bitten in Richtung Krippe bliesen, damit das Christkind sie später dort vorfinden und anhören solle.
Als mit dem Schlusslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ plötzlich das Portal der Kirche aufflog, Philipp Sauer auf der Orgel nahtlos eine klanggewaltige Improvisation anstimmte, alle Glocken von St. Georg läuteten und Bischof Nikolaus mit Ministrantin einzog, begannen zahlreiche Kinderaugen zu leuchten.
Am Altar angekommen begrüßte Bischof Nikolaus die Kinder zunächst auf Altgriechisch (keine Reaktion der Kinder), versuchte es dann auf Türkisch, weil er aus Myra in der heutigen Türkei kam (noch immer keine Reaktion), und schließlich noch auf Latein (noch immer keine Reaktion). Ganz irritiert wandte er sich an seine Ministrantin, die ihm offenbar einen entscheidenden Tipp zuflüsterte, denn alsdann ging es uff Pälzisch weiter und die Kinder blühten richtig auf. Als der Nikolaus die Kinder fragte, ob sie ihm denn auch ein Liedchen singen wollten, hielt sie nichts mehr in den Bänken: Sie stellten sich flugs auf den Altarstufen zum Chor auf. Zunächst sangen die Kinder der Grundschule ein Lied, anschließend kam der Kindergarten zum Zuge, der sogar die Gemeinde zum „O Tannenbaum“ einlud. Frau Sybille Strub trug dann ein Gedicht vor, was von den Kindern mit mitgebrachten Instrumenten untermalt wurde, und anschließend gab es noch ein gemeinsames Lied aller Kinder: die berühmte „Weihnachtsbäckerei“.
St. Nikolaus war tief bewegt und dankte den Kindern auf seine ganz eigene Weise: Er schenkte jedem Kind ein Präsenttütchen, das durch Spenden finanziert und vom Gemeindeausschuss gepackt worden war. An dieser Stelle sei den Sponsoren für ihre großzügige Spenden herzlich gedankt, ohne die die Aktion nicht möglich gewesen wäre: Klaus Bettag, Friedrich Preiß, Karl Scheller, Alexander Riede, Sven Stiegler, das Team des Krankentransportdienstes „Caring“ und die Pfarrei Hl. Dreifaltigkei
Unser ganz herzlicher Dank gilt auch Pfarrerin Simone Gerber, die ihre Gemeinde in der Zwölf-Apostel-Kirche und uns vertretungsweise unterstützt hat, Klaus Junski, der die Rolle seines Namenspatrons vortrefflich spielte, der treuen Ministrantin Sophie Schinabeck und Philipp Sauer an der Orgel. Die leuchtenden Kinderaugen waren für viele der schönste Dank und die größte Anerkennung.
Nachdem alle Kinder mit je einem Tütchen in und vor der Kirche bedacht worden waren, blieben von den 200 vorbereiteten Präsenten 31 Tüten übrig. Der Gemeindeausschuss hat sie der Frankenthaler Tafel e.V. gestiftet, damit auch dort das ein oder andere Kind fröhliche Augen bekommen kann.
