Sonntag, 18. Januar 2026
Bericht: St. Martin in der Pfarrei
Wer reitet so früh durch Nacht und Wind?
St. Martin war Offizier, diente unter dem späteren römischen Kaiser Julian und war für ihn in einer römischen Legion bei Worms stationiert. Als er für den Imperator im Jahr 356 in den Krieg gegen die Germanen ziehen sollte, weigerte er sich und trat aus dem Militärdienst aus. Der Legende nach traf er dabei auf einen frierenden Bettler und teilte kurzerhand seinen Mantel mit dem Schwert. Bevor der arme Mann dem Soldaten danken konnte, ritt dieser schnell hinfort.
Der eigentliche Gedenktag für St. Martin liegt natürlich am 11. November. Dennoch kommt dieser hohe Besuch in Studernheim immer schon donnerstags davor und ist damit etwas zeitiger als im übrigen Frankenthal. So war es auch in diesem Jahr, als sich am 06. November viele, viele Kinder mit bunten Laternen, Eltern und Großeltern, die Feuerwehr samt Jugendfeuerwehr, Malteser Hilfsdienst und Blaskapelle nach Studernheim eilten, um den „Martin“ auf seinem Pferd durch die Gassen zu begleiten.
Zuvor trafen sich jedoch alle Kinder, Eltern, Großeltern und sonstige Besucher in St. Georg, wo Pfarrer Leónard Katchekpele die obige Geschichte des heiligen Martins in einem Film vorstellte und mit den Kindern ein Frage-Antwort-Spiel abhielt. Nach dem Aussendungssegen verließen die Kinder die bis dahin gut gefüllte Kirche, deren Turm ebenfalls wie eine große Martinslaterne leuchtete.
Der anschließende Martinsumzug wurde von den Studernheimer Bläsern begleitet, so dass freudige Martinslieder durch das abendliche Studernheim klangen. Nach etwa ½ Stunde erreichte der lange Tross das Martinsfeuer auf dem Parkplatz des Pfarrheims, das Thomas Prutscher wieder fachgerecht angezündet hatte. Die Kinder stellten sich im Kreis um das Feuer und sangen das ein oder andere Martinslied, bevor sie in den beleuchteten Pfarrgarten strömten, um sich an Früchtetee und Laugenbrezeln zu erfreuen. Für die Erwachsenen wartete heißer Glühwein, der bei den kühlen Abendtemperaturen und dem sich senkenden Nebel besonders willkommen war.
Allen Helfern sei an dieser Stelle herzlich gedankt, die an diesem Abend den Kindern ein schönes Erlebnis bereitet haben. Die leuchtenden Kinderaugen waren für viele der schönste Dank.
(Rainer Jacquemin)
St. Martinsfeier im Pilgerpfad
Organisiert von den Pfadfindern fand auch in diesem Jahr wieder eine St. Martinsfeier in ökumenischer Verbundenheit statt.
Die Feier begann mit einer Andacht, in der die Pfadfinder ein Martinsspiel darboten. Pfarrerin Christina Neumann und Pfarrer Léonard Katchekpele sorgten für die geistlichen Impulse. Die Lieder, die die Kinder kräftig mitsangen, begleitete David Weigel am Klavier. Danach schloss sich der Umzug, angeführt von einer Reiterin, an. Für die musikalische Begleitung des Umzuges sorgte die Jugend der Stadtkapelle Frankenthal. Auf dem Vorplatz des Ökumenischen Gemeindezentrums gab es dann ein Martinsfeuer, umrahmt von Klängen der ÖGZ-Bläsergruppe unter der Leitung von Kurt Marx. Mit Brezeln, Kinderpunsch und Glühwein kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.
(am)
Ich geh mit meiner Laterne ...
Martinsumzug, Gottesdienst mit Aufführung der Kita St. Ludwig und anschließender Umtrunk im Pfarrgarten finden großen Anklang
Alle Jahre wieder ist es soweit, dass Sankt Martin mit seinem Pferd durch die Straßen reitet und uns daran erinnert, wie wichtig und wertvoll es ist, zu teilen und Nächstenliebe zu praktizieren. Um diesen Tag gebührlich begehen zu können, hatten die Erzieherinnen der Kita Sankt Ludwig den Kindern die Martinsgeschichte nicht nur erzählerisch nahegebracht, sondern auch gesungen, Laternen gebastelt und für den großen Auftritt im Sankt Martins-Gottesdienst in der Kirche Sankt Ludwig geübt.
Mit ihren farbenfrohen Laternen trafen sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen zunächst im Außengelände der Kita, um dort gemeinsam Martinslieder zu singen und sich auf den Abend einzustimmen. Sodann ging es geschlossen zum Rathausplatz, wo sich bereits viele Familien versammelt hatten. Unter Begleitung der Blaskapelle ging es dann schnurstracks Richtung Kirche, Sankt Martin auf seinem Pferd vorneweg, begleitet von hunderten funkelnder Lichter und Laternen. „Besonders begeistert waren die Kinder von dem Pferd namens Pony“, weiß dazu Erzieherin Diana Kurt zu berichten. Den durch die Erzieherinnen der Kita festlich illuminierten St. Martinsgottesdienst gestaltete Annette Kabanow zusammen mit der Kita. Höhepunkt des Ganzen war das Martinsspiel der Kita-Kinder, welche das Lied „Lichterkinder“ mit Gesang, Schauspiel und zahlreichen gebastelten und beleuchteten Sternen darboten. „Ich habe ausnahmslos positive Rückmeldungen erhalten. Vor allem zum reibungslosen Ablauf des Umzuges und zu unserem Martinsspiel“, sagt Kita-Leiterin Katharina Ruppert.
Im Anschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein im Pfarrgarten, wo nicht nur das entfachte Martinsfeuer und zahlreiche Gespräche die Herzen erwärmten, sondern auch Kinderpunsch, Glühwein und heiße Würstchen.
(Frauke Kaesler-Probst)
