Donnerstag, 28. Mai 2026

Bericht: Probier´s mal mit Gemütlichkeit

Foto: Friedhelm Trowe

Tierisch gut! Konzert der Waldorfschule in St. Thomas Morus

„Eine musikalische Reise durch die Tierwelt“ lautete der Untertitel zum Projektkonzert von Chor und Orchester der Freien Waldorfschule Frankenthal in der Flomersheimer Kirche. Zehn Musikstücke aus drei Jahrhunderten erzeugten Bilder im Kopf und ließen Tiere aller Art lebendig werden.

Möchte ein Schreiber eine Sache in ihrer Breite und Vielfältigkeit darstellen, bedient er sich gerne der „Von-über-bis-Methode“. Die bietet sich bei der Charakterisierung dieses Konzerts an: Musikstile vom Barock über Klassik und Romantik bis zur zeitgenössischen Musik; Tiere vom Glühwürmchen über Robben und Bären bis zu Panthern; Instrumentalmusik von sanften Klängen der Harfe über rasche Läufe von Violine und Klarinette bis zum dröhnenden Schlagzeug. Nicht zu vergessen: Stimmen von mehr als 60 Sängerinnen und Sängern. Das Konzert stand unter der Leitung von Dr. Harald Buchta und Tobias Volz-Wagner.

Die erste Hälfte des Konzerts war der klassischen Musik gewidmet. Im Sanctus und Benedictus der „Missa brevis C-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) machten Spatzen mit lautem Pfeifen auf sich aufmerksam. Der Nachtigallenchor aus Georg Friedrich Händels (1685-1759) Oratorium „Solomon“ strahlte Lieblichkeit und Ruhe aus. Dem schlossen sich die Schwäne aus dem Ballett „Schwanensee“ des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky (1840-1893) an. Unter Begleitung von Harfen sah man förmlich, wie die vornehmen Wasservögel dahinglitten, um im nächsten Satz einen fröhlichen Reigen im Walzer-Takt zu tanzen.

Mit „Animal Crackers“ leitete das Konzert zur zweiten Hälfte über. Eric Whitacre (*1970), ein US-amerikanischer Komponist vertonte unter diesem Titel Limericks seines Ende. Harald Buchta orchestrierte diese ursprünglich für Klavierbegleitung vorgesehenen Werke, die in der Flomersheimer Kirche ihre Uraufführung fanden.

„Probier´s mal mit Gemütlichkeit!“, mit dieser zum geflügelten Wort gewordenen Liedzeile schien der Bär Balu durch die Reihen zu tanzen. Der US-amerikanische Komponist Terry Gilkyson (1916-1999) verfasste das Lied für den Disney-Film „Das Dschungelbuch“. Dann: Schien nicht gerade eine seltsame Figur zwischen den Kirchenbänken umherzuschleichen? Genau, Paulchen Panther! Henry Mancini (1924-1994) komponierte die Musik zum Film „Der rosarote Panther“. Eine Auswahl bekannter Melodien aus dem Film „Der König der Löwen“ bildete den letzten Programmpunkt. Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer (*1957) und der Brite Sir Elton John (*1947) schrieben die Musik. Mit geschlossenen Augen sah man die Löwenfamilie stolz durch die Savanne streifen.

Zum Schluss des Konzerts erhoben sich die rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörer von ihren Plätzen und spendeten den fast 120 Akteuren einen minutenlangen Stehapplaus. Der unterhaltsame Abend endete mit der Zugabe „Wer hat an der Uhr gedreht, warum ist es schon so spät?“ – Abspannlied aus der Serie „Der rosarote Panther“. Tobias Wagner-Volz unterbrach dabei das rhythmisch klatschende Publikum mit einem Zwischenruf: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!“.