Mittwoch, 21. Januar 2026

Bericht: Architekt im Ehrenamt

Foto: privat

Vorstellung von Andreas Müller

Ob Gotteshäuser, Kindertagesstätten oder Pfarrheime – an Immobilien ist die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit reich gesegnet. Wenn es um die Renovierung oder Instandsetzung dieser Gebäude geht, ist in aller Regel technischer Sachverstand gefragt. Da erweist es sich als großer Glücksfall, dass im Verwaltungsrat, der für die Planung, Durchführung und Finanzierung der Bauangelegenheiten zuständig ist, mit Andreas Müller seit der letzten Wahl vor zwei Jahren ein ausgewiesener Experte sitzt. Von Hause aus Architekt kann er in das Ehrenamt seine langjährige berufliche Erfahrung einbringen. Der Investitions- stau ist enorm, der zeitliche Aufwand für ihn nicht unerheblich.

„Ich will etwas für die Gemeinschaft tun“, begründet Müller seinen Entschluss, in dem für die Pfarrei so wichtigen Gremium mitzuarbeiten. Aktuelles Großprojekt, für das er sich federführend engagiert und die koordinierenden Aufgaben übernommen hat, ist die energetische Sanierung des Ökumenischen Gemeindezentrums Pilgerpfad, wo eine neue Heizung eingebaut werden soll. Da bedarf es zahlreicher Termine und Absprachen, müssen doch die Vorstellungen beider Konfessionen unter einen Hut gebracht werden. Immerhin geht es um eine Investition in der Größenordnung von 200.000 Euro. Ein Energiegutachten wurde bereits eingeholt. Andreas Müller ist zuversichtlich, dass die Maßnahme im kommenden Jahr über die Bühne gehn kann.

Zu seiner verantwortungsvollen Tätigkeit auf kirchlichem Sektor ist der 56-Jährige eher über Umwege gekommen. In Landstuhl geboren und im Heßheimer Viertel in Frankenthal aufgewachsen, fühlte er sich zwar von Anfang der Pfarrei St. Ludwig verbunden, landete dann aber doch in jungen Jahren bei den Protestanten, weil er sich für die Pfadfinderbewegung, 

namentlich den Stamm Martin-Luther-King der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, begeisterte. Nachdem er das Abitur am Karolinen-Gymnasium in der Tasche und den Wehrdienst bei der Pioniereinheit in Speyer abgeleistet hatte, bestimmten weitgehend die Pfadfinder seinen Lebensrhythmus. „Ich war in nahezu allen Gremien und auf allen Ebenen unterwegs“, berichtet er. Es war ein Ehrenamt im Verband Christlicher Pfadfinder (VCP), das er gewissermaßen auf Vollzeitbasis ausübte.

Sein Architekturstudium in Kaiserslautern schloss Müller als Diplom-Ingenieur ab. Schon damals war er ökumenisch aufgestellt. Er hatte Kontakt zur katholischen Hochschulgemeinde in der Barbarossastadt und machte ein Vertretungspraktikum in der evangelischen Landeskirche in München. Anfangs arbeitete er als angestellter Achitekt und Bauleiter in einem Büro in Karlsruhe. Unter seiner Regie wurde beispielsweise der historische Turm auf der Rheinbrücke in Worms umgebaut und in Polen ein Zeltplatzgelände angelegt. Dann kam der frühere Franken- thaler Dekan Dr. Werner Schwartz ins Spiel. Als Chef der Diakonissen in Speyer machte er Andreas Müller, der sich für höhere Aufgaben empfohlen hatte, einen 

Job in der Domstadt schmackhaft. Das war vor 17 Jahren. Heute ist er in der Bauabteilung des Konzerns technischer Standortleiter in Speyer.

Auch privat hat Andreas Müller sein Glück gefunden. Der Vater von 15-jährigen Zwillingstöchtern – selbstverständlich bei den Pfadfindern aktiv – wohnt mit der Familie in der Mozartstraße. Seine Ehefrau Yvonne ist Lehrerin und leitet seit vielen Jahren den Kinderchor Cantalinos in St. Ludwig. Auch er selbst hat durchaus eine musikalische Ader. In seiner Jugend war er dem Geigenspiel zugetan. Er nahm Unterricht in der Städtischen Musikschule. Außerdem beteiligte er sich an so manchen Chorprojekten. Und wie gestaltet er seine Freizeit? In Haus und Garten ist einiges zu tun. Wenn dann der Urlaub ansteht, gibt er dem Wasser gegenüber den Bergen eindeutig den Vorzug. Auch für das Nachbarland Frankreich kann sich Andreas Müller erwärmen.

(loi)