Donnerstag, 18. Juni 2026
Bericht: Beim letzten Abendmahle...
Gemäß der Liturgie versammelte sich die gesamte Pfarrei abends zur Feier des letzten Abendmahles Jesu Christi in einer zentralen Eucharistiefeier in St. Ludwig am 02. April 2026. An dem Tag, der landläufig unter den Namen „Hoher Donnerstag“ oder „Gründonnerstag“ bekannt ist, ist es üblich, dass der Pfarrer symbolisch die Füße von 12 Freiwilligen aus den Gemeinden wäscht, bevor die eigentliche Feier des Abendmahls, wie in der Bibel beschrieben, beginnt. Doch alles von vorne!
Nach Weihrauch und Vortragekreuz, Leuchtern und Fahnen zog unter den imposanten Klängen der Orgel von St. Ludwig das komplette Pastoralteam zusammen mit Pfr. i. R. Klaus Meister in St. Ludwig ein. Die Bänke im Kirchenschiff waren gut besetzt und die Erwartungen hoch – immerhin hatten alle Gemeinden der Pfarrei einen aktiven Part zu übernehmen: Nicht nur die „Minis“ kamen aus allen Gemeinden, sondern auch Lektoren, Kommunionhelfer und die besagten freiwilligen Jünger. Geradezu triumphal war der Beginn der Feier bis zum Gloria, das unter Schellengeläut gesungen wurde. Doch dann passierte es erneut wie in den vorherigen Jahren: Glocken und Orgel waren plötzlich nicht mehr zu hören, weil sie sich auf den Weg nach Rom gemacht hatten.
Das tat dem Gottesdienst jedoch keinen Abbruch, denn der Frauensingkreis von St. Ludwig sorgte mit seinem Können für eine würdige musikalische Gestaltung der Feier. Im Evangelium (Joh 13,10) hatte Jesus seinen Jüngern erklärt: „Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen.“, und er wusch ihnen die Füße. Diese symbolische Geste sollte auch auch in der Abendmahlfeier in St. Ludwig nachvollzogen werden. Dazu skizzierte Diakon Andreas Stellmann in seiner Predigt einige Optionen, wie ein Pfarrer die „Freiwilligen“ dafür gewinnen könne: Die einfachste Möglichkeit sei der Gang des Pfarrers durch das Kirchenschiff zu Beginn der Feier mit spontaner Auswahl der „Freiwilligen“ unter den Gottesdienstbesuchern durch öffentliche Anfrage. Diese Option führte teils zu Erheiterung, teils aber auch erschrockenen Gesichtern in der Gemeinde. Diakon Stellmann beruhigte die Anwesenden aber umgehend, denn im Vorfeld waren Pfarreimitglieder gefragt worden und hatten ihre Mitwirkung zugesagt.
Pfarrer Rubel wusch allen „Jüngern“, die sich um den Altar versammelt hatten, einen Fuß und reichte ein Tuch zum Abtrocknen. Anschließend warf er sich die Kasel wieder über, während sich die „Jünger“ zu den Fürbitten wieder in die Kirchenbänke setzten.
Nach der Gabenbereitung hörte man in St. Ludwig beim Hochgebet statt der Schellen erstmalig die traditionellen Kläpper. Auch für die Kommunion in beiden Gestalten waren die Kommunionhelfer aus allen Gemeinden zusammengekommen. Statt des üblichen Segens als Abschluss der Eucharistiefeier zogen alle Altardienste in Prozession durch das Kirchenschiff, um das Allerheiligste in den Nebentabernakel nach einer kräftigen Inzens mit Weihrauchduft am Josefsaltar zu übertragen. Damit war das Triduum formvollendet eingeläutet/eingekläppert.
Herzlicher Dank gilt dem Frauensingkreis unter Leitung von Margot Schäfer für die musikalische Gestaltung der Abendmahlfeier. Allen übrigen Mitwirkenden aus allen Gemeinden sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich gedankt – sei es als Mini, Lektor, Jünger, als Kommunionhelfer und allen Mitfeiernden der Abendmahlsfeier. (Rainer Jacquemin)
