Donnerstag, 04. Juni 2026

Bericht: Weltgebetstag 2026 in unseren Gemeinden

© Weltgebetstag e.V.

„Kommt! Bringt eure Last.“ Diese Worte aus dem Matthäusevangelium (Mt 11, 2830) sind das Motto des Weltgebetstages 2026, dessen Gottesdienstliturgie nigerianische Christinnen entwickelt haben. Es ist eine Einladung, die Hoffnung gibt gegen alle Hoffnungslosigkeit. Eine Einladung Jesu an alle Menschen, die eine Last tragen und sich abmühen.

Der Gottesdienst in St. Jakobus begann mit drei Frauen, die ihre Last in Körben auf dem Kopf zum Altar trugen. Es ist ein Bild für die Lebenssituation nigerianischer Frauen, die sich in besonderer Weise von der Einladung Jesu angesprochen fühlen. Sie tragen die Last der Armut, der Gewalt, der Perspektivlosigkeit, der Umweltzerstörung.

Nach einer PowerPoint-Präsentation zum Land Nigeria und der Situation der Menschen dort lernten wir die Lebensgeschichten von drei nigerianischen Frauen kennen. Sie schildern die Herausforderungen, mit denen viele Menschen auf der Welt umgehen müssen.

„Der Schmerz von Einzelnen ist der Schmerz aller.“ Das nigerianische Sprichwort sagt uns, dass die Situation der drei Frauen uns alle angeht.

Beatrice, eine junge mittellose Witwe, erzählt, dass sie Solidarität erfuhr in einer Gruppe anderer Witwen. Die Last „Ohne Mann zählst du nichts! “ wird ihr genommen und sie spürt: „Ich bin wertvoll!

Jato, eine besorgte Mutter, die Angst um das Leben ihrer Tochter hat, will sie nicht zur Schule schicken, um sie vor Terroristen zu beschützen. Amina, die Tochter, erinnert sie daran, dass Jesus und ihr Glaube ihnen Halt gibt.

Blessing erzählt, dass ihr Land Nigeria immer tiefer in Armut und Verzweiflung versinkt. Durch den Zuspruch ihrer Nachbarin Grace, die ihr Schicksal mit Hilfe ihres Glaubens meistert, vertraut auch sie darauf, dass Gott eine neue Tür öffnen wird, und sie hält an ihrem Glauben fest.

Die nigerianischen Frauen fühlen sich durch ihre Verbundenheit untereinander und zu Jesus Christus gestärkt und ermutigt. Sie arbeiten weiter, hoffen und beten für ein besseres Nigeria.

Speziell für den Weltgebetstag 2026 wurde das Lied „Komm zu mir“ („Come Unto Me“) komponiert:

Bist du kraftlos und erschöpft, fühlst dich einsam und geschwächt, dann kannst du auf Jesus zählen, denn er sagt „Komm her zu mir“. „Come, come unto me. Komm, komm her zu mir, komm, wenn dir die Kraft fehlt, bei mir erholst du dich. Come, come unto me. Komm, komm her zu mir, komm, leg deine Last ab und Ruhe schenk ich dir.“ Auch in weiteren Liedern mit sehr schönen Melodien wird ausgedrückt,

  • dass wir bei Gott Geborgenheit finden (God is so good)
  • dass er unsere Lasten tragen will (Bist du traurig)
  • dass wir Jesus danken für seine Hilfe (Keleya)
  • dass Gott den Frauen der Welt Licht schenkt (Chineke)

Alle Lieder wurden vom Frauensingkreis St. Ludwig unter Leitung von Margot Schäfer professionell begleitet. Herzlichen Dank dafür! Wir freuen uns jedes Jahr über eure bereichernde Mitwirkung bei unserem Gottesdienst.

Nach einer Meditation zum Titelbild des Weltgebetstags-Gottesdienstes folgte der Kollektengang als Symbol für unsere Bereitschaft, die Lasten anderer mitzutragen. Die etwa 60 Mitfeiernden spendeten die stolze Summe von 550 €. Damit werden weltweit über 100 Partnerorganisationen unterstützt, die Frauen und Kinder stärken. Herzliches „Vergelt‘s Gott!“ dafür.

Auch in diesem Jahr wurde der Gottesdienst von dem bewährten Team aus evangelischen und katholischen Frauen aus dem Pilgerpfad und Studernheim mit viel Freude und Einsatz vorbereitet. Der Altarraum wurde wieder mit großer Sorgfalt geschmückt und gab durch viele Details einen Einblick in nigerianische Traditionen.

Allen an der Gottesdienstgestaltung Beteiligten wurde vor dem Segen und dem traditionellen Schlusslied „Der Tag ist um“ mit herzlichen Worten und einer schönen Rose gedankt.

Der Einladung zu Tee und nigerianischen Spezialitäten, die das Team vorbereitet hatte, folgten gerne zahlreiche Gottesdienstbesucher, und so endete der Weltgebetstag 2026 bei leckeren Speisen und unterhaltsamen Gesprächen.


Ein kraftvolles Zeichen der Verbundenheit

Seit vielen Jahren ist es eine liebgewonnene ökumenische Tradition: In Eppstein und Flomersheim kommen Frauen aus der katholischen, evangelischen und mennonitischen Gemeinde zusammen, um den Weltgebetstag zu gestalten. In diesem Jahr fand der Gottesdienst am 06.03. in der evangelischen Stephanuskirche in Flomersheim statt.

Im Mittelpunkt stand das bevölkerungsreichste Land Afrikas: Nigeria. Die diesjährigen Inhalte führten uns vor Augen, wie nah Freud und Leid beieinanderliegen. Nigeria ist geprägt von massiven politischen Spannungen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Doch die Botschaft der nigerianischen Frauen war eindeutig: Ihr tiefer Glaube schenkt ihnen eine unerschütterliche Hoffnung. Trotz aller Krisen blicken sie voller Zuversicht in die Zukunft – eine Haltung, die uns alle tief beeindruckt hat.

Ein engagiertes Team von Frauen aus unseren drei Gemeinden hatte die Feier gemeinsam vorbereitet. Ein eigens formierter Projektchor brachte mit rhythmischen Liedern Schwung in die Kirche und lud alle zum Mitmachen ein. So entstand eine Gemeinschaft, die über Konfessionsgrenzen hinweg verbindet. Nach dem Segen sorgten weitere afrikanische Lieder für einen fröhlichen Ausklang. In dieser gelösten Stimmung ging es zum gemeinsamen Essen in den Gemeindesaal. Dort gab es einen würzigen Eintopf nach nigerianischem Rezept, der den Abend perfekt abrundete; in geselliger Runde bot sich so der ideale Rahmen für gute Gespräche.

Der Weltgebetstag 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll die überkonfessionelle Zusammenarbeit ist. Als Teil einer weltweiten Gebetskette erfahren wir, dass wir im Glauben niemals auf uns allein gestellt sind.