Montag, 02. März 2026

Bericht: Neues aus dem Pfarreirat

© Bistum Speyer

Die letzte Sitzung des Pfarreirates im Jahr 2025 stand am 02. Dezember als gemeinsame Sitzung mit Verwaltungsrat und allen Gemeindeausschüssen ganz im Zeichen der geplanten Strukturreform unseres Bistums. Mittlerweile liegt ein überarbeiteter Entwurf vor, welchen die Diözesanversammlung zur weiteren Beratung in die einzelnen Pfarreien zurückdelegiert hat. Bis Ende April 2026 (Ende der Resonanzphase) hat unsere Pfarrei nun Zeit, das Papier zu sichten, Meinungen herauszuarbeiten und Impulse an die Arbeitsgruppen zurückzumelden. Auch in der nächsten Sitzung des Pfarreirates am 25. Februar 2026 wird die Strukturreform das zentrale Thema sein, denn die Fülle der Informationen lässt eine fundierte Meinungsbildung im Rahmen einer einzigen abendlichen Sitzung nicht zu. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die Diözesanversammlung im Juni 2026 nach erneuter Beratung weitere Schritte einleitet.

Ein erster Entwurf des Strukturreformpapiers lag dem Pfarreirat bereits im Frühjahr 2025 vor (s. Bericht hierzu in der Ausgabe des aktuell März 2025). Trotz grundsätzlichem Verständnis, dass die aktuellen Strukturen keinen dauerhaften Bestand haben können, galten fehlende Gegensteuerungsmaßnahmen und Ideen zur konkreten Verbesserung der personellen und inhaltlichen Situation als  Hauptkritikpunkte aus unseren Gremien. Unsere damaligen Reaktionen fasste Theo Wieder als Vorsitzender unseres Pfarreirates in einem Schreiben an die Arbeitsgruppe zusammen. Diese und zahlreiche andere Rückmeldungen aus verschiedenen Pfarreien, Gruppierungen und Einzelpersonen sind auf der Homepage des Bistums abrufbar (www.bistum-speyer.de)  Zur Erinnerung aus dem damaligen Artikel:

Ziel ist eine segensreiche Pastoral trotz immenser Herausforderungen in Gesellschaft und Kirche (Klimawandel, Erstarken extremistischer Strömungen und Parteien, Rückgang finanzieller und personeller Ressourcen, Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust durch Missbrauchskrise, Ruf nach geistlicher Erneuerung und struktureller Reform).

Als Gründe zur aktuellen Strukturreform werden angeführt:

  • Die stetig hohe Zahl an Kirchenaustritten, stagnierender Anzahl an Taufen sowie grundsätzlich einer stark schrumpfenden Zahl an Bistumsmitgliedern
  • Weitere Abnahme sowohl der Anzahl pastoraler Mitarbeitenden als auch die Bereitschaft/Möglichkeit des ehrenamtlichen Personals
  • Drastischer Sparzwang des Bistums als Folge
  • Vermeidung einer noch stärkeren Belastung der pastoralen Mitarbeiter mit Verwaltungsaufgaben
  • Tieferliegende Gründe sind erforderliche synodalere Strukturen und die Stärkung/Schaffung neuer Formen kirchlicher Vergemeinschaftung

Was ist nun konkret geplant? Was sagt der überabeitete Entwurf?

Die Sitzungsteilnehmer erhielten von Theo Wieder eine Zusammenfassung über die wesentlichen Punkte des Reformpapiers. Ein Impuls auf Basis der Ausführungen zur geistlichen Begleitung des Reformpapiers unseres Generalvikars ging den Informationen voraus.

Die neuen Pfarreien

  • Die bisherigen 10 Dekanate werden zu 9 neuen Großpfarreien
  • Jede Pfarrei erhält einen definierten Pfarrsitz
  • Pfarrei = Verwaltungseinheit
  • Pfarrei = Personalstandort für alle Haupt-amtlichen
  • Die Pfarrei bündelt, trägt und ermöglicht das Leben der einzelnen Gemeinden

Die neuen Gemeinden

  • Gestalten das konkrete Leben vor Ort
  • Kein Standort der Verwaltungseinheit
  • Die jetzigen 70 Pfarreien müssen nicht zwingend zu je einer Gemeinde werden

Vorgesehene Organe/Gremien

Der künftige Pfarreivorstand besteht aus

  • dem leitenden Pfarrer
  • einer Pfarreireferentin/einem Pfarreireferenten
  • einer bzw. einem ehrenamtlich Engagierten
  • einer Pfarramtsleitung

Das Pastoralteam besteht aus allen hauptamtlichen pastoralen Mitarbeitenden, SeelsorgerInnen, RegionalkantorInnen, ReferentInnen der Jugendzentralen und Caritaszentren.

Die Pfarreikonferenz legt Schwerpunkte sowie Ziele fest und besteht aus

  • 6-12 gewählten Mitgliedern
  • Entsendete Personen (aus Gemeindeteams, etc.)
  • Geborene Mitglieder (Pfarreivorstand)

Der Pfarreiausschuss nimmt Aufgaben im Sinne der Geschäftsführung zwischen den Pfarreikonferenzen wahr und besteht aus

  • 10–18 Personen aus der Mitte der Pfarreikonferenz

Schwerpunktteams für spezifische, pfarreiweite Aufgaben (Bildung, Caritas, Jugend, Pastoral), bestehend aus Haupt- und Ehrenamtlichen sollen gebildet werden.

Der Verwaltungsrat wird vom geschäftsführenden zum Aufsichtsorgan. Die operative Geschäftsführung geht an den Pfarreivorstand.

Das Leitungsteam einer Gemeinde besteht aus mindestens 5 engagierten, ehrenamtlichen  Personen, wird in einer Gemeindeversammlung gebildet und von einer hauptamtlichen pastoralen Ansprechperson begleitet. Das Team trägt Verantwortung für:

  • Gestaltung des Gemeindelebens
  • Organisation vor Ort (inkl. Budgetverantwortung, Benennung von Ansprechpartnern für diverse Themen)
  • Zusammenarbeit mit der Pfarrei

Der Sitz des Zentralen Pfarrbüros ist künftig der Pfarreisitz, bisherige Pfarrbüros sollen als Kontaktstellen erhalten bleiben. Das Zentrale Pfarrbüro übernimmt künftig zahlreiche Aufgaben der bisherigen Regionalverwaltungen.

Eine ausführliche Gruppenarbeit zu den Themen Pfarrei, Gemeinde und Verwaltung schloss sich in der Pfarreiratssitzung an den Informationsteil an, zahlreiche Stichpunkte zu den Überschriften

  • „hilfreich“
  • „schwierig“
  • „was fehlt“
  • „zu überlegen“  wurden erarbeitet und müssen nun für die nächste gemeinsame Sitzung strukturiert zusammengefasst werden.

Am Ende der gemeinsamen Sitzung bleiben die Fragen aus der ersten Rückmeldephase vom Frühjahr diesen Jahres nach Meinung zahlreicher TeilnehmerInnen nach wie vor unbeantwortet, es ist zu diskutieren, ob dies in unserer erneuten Rückmeldung thematisiert werden soll:

  • Wie werden wir wieder eine missionarische Kirche?
  • Wie gelingt es uns, Evangelisierung und Spiritualität in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen?
  • Wie gelingt es uns, Begeisterung für die Sache Jesu neu zu wecken und zu leben?
  • Wie begegnen wir der verbreiteten Resignation auf allen Ebenen?

Was bedeutet das nun alles für unsere Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit?

Zahlreiche Details wie konkrete Aufgabenstellungen, Kompetenzen und Zuständigkeiten sind noch nicht finalisiert und müssen von zentraler Stelle im Bistum noch erarbeitet werden.

Die genannten Eckpunkte des Papiers lassen erkennen, dass die ehrenamtliche Arbeit als eine auszubauende, tragende und zentrale Rolle unseres Pfarrei- und Gemeindelebens angesehen wird.

Schon jetzt zeigt sich, dass von uns allen ein großes Maß an Veränderungsbereitschaft erwartet wird.

Die Bildung der künftigen Gemeinden erfordert in den jetzigen Pfarreien unseres Bistums Diskussionen und umfassenden Austausch.

Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir in Frankenthal unser künftiges kirchliches Zusammenleben mit den neuen Strukturen ab ca. im Jahre 2028 organisieren.

Die Konzentration auf das Wesentliche, also Jesus Christus selbst, wie in der geistlichen Begleitung unseres Generalvikars erbeten, soll hierbei Teil des Kompasses sein.

Ein mögliches Fazit für uns zum jetzigen Zeitpunkt:

Trotz vieler noch offenen Fragen und Unsicherheiten werden wir diesen Strukturreformprozess wie bisher offen, kritisch, aber insbesondere auch konstruktiv begleiten.

Zahlreiche aktuelle Unterlagen und Informationen zum Prozess der Pfarreistrukturreform können Sie auch gerne der Homepage des Bistums entnehmen (www.bistum-speyer.de).